Die Stiftung der Sparkasse Mecklenburg Schwerin und die Landeshauptstadt Schwerin haben mich für mein „gesellschaftliches Engagement“ mit dem Kunst- und Kulturpreis ausgezeichnet. Also eigentlich konkret mein Projekt „Zustandsübergänge – Erinnerung an 1989“. Das fetzt stark.
Warum ich das Preisgeld zu Teilen spende, erkläre ich in meiner Dankesrede:
„Ich habe von Menschen in meiner Heimatstadt Schwerin wissen wollen, wie sie die Zeit des Umbruchs 1989 erlebt haben. Wollen sie sich erinnern? Woran und wie erinnern sie sich? Die Schilderungen der „Zustandsübergänge“ haben zu Illustrationen inspiriert und zeigen, wie große Geschichte im Kleinen passiert. Im besten Fall wird das Magazin als Plädoyer verstanden, die Vergangenheit des Einzelnen zu achten, Meinungen anzuhören und Gemeinsamkeiten auszuloten. Wir müssen im Gespräch bleiben – respektvoll, menschlich, auf Augenhöhe. In Schwerin, in Ostdeutschland, in der Bundesrepublik. Dieses Magazin soll ein kleiner Anstoß dazu sein.
Ich stehe heute hier, weil ich für mein Projekt ausgezeichnet wurde – eine Ehre, die ich sehr zu schätzen weiß. Doch für mich bedeutet dieser Preis nicht nur Anerkennung, sondern auch Verantwortung. Verantwortung, genau hinzusehen und dort zu unterstützen, wo Hilfe dringend gebraucht wird. Deshalb habe ich mich entschieden, Teile des Preisgeldes zu spenden.
Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen. Während einige immer reicher werden, kämpfen 20 Prozent der Menschen in Deutschland mit Armut – eine Realität, die wir nicht hinnehmen dürfen.
Doch Armut ist mehr als eine Zahl. Sie bedeutet Hunger, Kälte und Angst. Deshalb spende ich einen Teil meines Preisgeldes an die Lebensmittelausgabe der Petrusgemeinde im Mueßer Holz, die das Nötigste bereit stellt. Denn niemand sollte in unserem Land hungern müssen.
Aber es gibt noch ein weiteres Unrecht, das nicht unbeachtet bleiben darf. Frauenrechte sind weltweit in Gefahr – laut UN in jedem vierten Land. Und wir müssen uns nichts vormachen: Auch hier in Deutschland ist die Situation katastrophal. Fast jeden Tag wird eine Frau ermordet – getötet, weil sie eine Frau ist. Das ist kein Zufall. Das ist ein Femizid.
Deshalb spende ich einen weiteren Teil meines Preisgeldes an das Frauenhaus in Schwerin – nicht nur für den alltäglichen Betrieb, sondern als Unterstützung für unerwartete Investitionen oder Unternehmungen der Frauen. Denn Schutz ist mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Es geht um die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben, um die Möglichkeit, wieder nach vorn zu blicken und neue Wege zu gehen.
Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, hinzusehen. Zu handeln. Und nicht nachzulassen, bis sich etwas ändert.“
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